18.11.2024
Während den Tagen mit Sofia bin ich nicht dazu gekommen, für meine Weiterreise zu recherchieren. Ursprünglich war die Idee, via Fähre in die Südtürkei zu reisen und von dort weiter nach Zypern zu fahren, wo es Flüge nach Jordanien gibt. Auf dem Weg nach Athen wurde mir Gutes über die Westtürkei berichtet, sodass ich den neuen Plan fasste, in der Türkei nach Norden bis Istanbul zu fahren, wo es ebenfalls Direktflüge nach Jordanien gibt. Doch Jordanien stellt sich angesichts der Israel-Krise als zu heikel heraus.
Also dachte ich: Dann halt gleich nach Saudi-Arabien, wohin es auch Direktflüge von Athen gibt.
Als Fernradler ist Flexibilität oberstes Gebot. Die Abklärungen bezüglich der Fahrradmitnahme erweisen sich jedoch als kompliziert: Jede Airline hat eigene Regeln im Kleingedruckten – sofern diese überhaupt ersichtlich und nachvollziehbar sind. Air Arabia, mit der ich nach Tabuk fliegen wollte, hat so restriktive Regeln, dass ich das Fahrrad nur als Cargo mitnehmen könnte, wie sich schliesslich in einem langwierigen Chat-Austausch mit deren Kundendienst herausstellt. Für weitere Abklärungen, was das genau bedeuten würde, müsste ich mit dem Cargo-Team Kontakt aufnehmen. Darauf habe ich keine Lust – Kundenfreundlichkeit sieht anders aus. Schliesslich entscheide ich mich für einen Flug mit Aegean nach Jeddah in einigen Tagen und einen anschliessenden 16-stündigen Bus nach Tabuk.
Visa organisieren, Flug und Hotel für die erste Nacht buchen, den Kocher in Einzelteile zerlegen und reinigen, das Fahrrad flugbereit einpacken – es bleibt viel zu tun. Zum Glück sind die Leute im Hostel nett. Ein Ausflug an den Hafen Piräus mit Christoph (Schweiz), ein amüsanter Spielabend mit Zac (USA) und den beiden Schwestern Jo und Jeza (Kanada) sowie ein längeres, tiefgründiges Gespräch mit Ivan (Griechenland, siehe Blogbeitrag „Ithaka“) von der Rezeption verkürzen die etwas mühsame Organisations- und Wartezeit auf die Weiterreise.
Nach über einer Woche im Hostel fällt mir trotzdem die Decke auf den Kopf.
Einen Lautschnarcher für ein paar Nächte und eine erbrechende junge Dame für eine Nacht im gleichen Zimmer zu haben, hat sicher auch nicht geholfen. Ich muss wieder raus.
Kurzerhand miete ich ein Auto und fahre nach Delphi und zu den Meteoraklöstern, wo ich je eine Nacht verbringe.