Dies scheint der Hotelangestellten ziemlich zu imponieren. Ihre Flirtversuche mir gegenüber untermalt sie, indem sie ein Lied mit dem Text "white sugar baby" laufen lässt und den Text mitsingt. Ich stelle auch dann noch auf naiv, als mir das Lockvögelchen mit verführerischem, vielsagendem Blick eine Banane anbietet. Hat sie nicht mitgeschnitten, dass ich mit meiner Freundin hier bin?
Die Hotelbesitzerin ihrerseits ist weniger auf mich, sondern mehr auf das Linsen-Dal erpicht. Sie ist so neugierig auf dessen Geschmack, dass sie, kaum haben wir das Dal auf unseren Tellern, kurzerhand zu meinen Löffel greift und ihn in ihren Mund steckt. Ja, richtig gelesen, mein Löffel in ihrem Mund. Ich bin baff. So baff, dass ich gar nicht reagiere sondern einfach so gut wie nur irgend möglich verdränge. Das Essen sei vorzüglich, meint unsere Vorkosterin.
Als wir später im Bett verdauen, physisch das Dal wie psychisch die Vorkommnisse, dröhnt laute Musik aus der Bar zu uns. Zum Glück nicht lange, sodass wir dann doch einschlafen können. Bis wir von überlautem Gestöhne aus dem Nachbarszimmer geweckt werden. Erst da dämmert es uns langsam: Kondome, Anmache, Gestöhne. Wir sind wohl in einem Stundenhotel gelandet. Wobei sich für uns jede Stunde als eine zuviel anfühlt.
Hat ja super geklappt mit der spontanen Übernachtungsmöglichkeit.